Fibermaxxing in Lübeck: Ballaststoffe erhöhen – ohne Blähbauch und ohne Diätdenken
- Ebba Wagner

- 29. Dez. 2025
- 3 Min. Lesezeit
„Fibermaxxing“ klingt nach Trend. Gemeint ist aber etwas sehr Bodenständiges: Ballaststoffe gezielt erhöhen – am besten über echte Lebensmittel wie Gemüse, Hülsenfrüchte, Vollkorn, Obst, Nüsse und Samen.

Warum das gerade für Frauen zwischen 40 und 65 spannend ist: In den Wechseljahren wollen viele weg von Diäten, aber trotzdem das Gewicht langfristig reduzieren. Ballaststoffe sind dafür kein Zaubertrick – eher ein Struktur-Tool, das Mahlzeiten sättigender macht und den Alltag planbarer. Und Planbarkeit ist in der Praxis oft der entscheidende Unterschied.
Merke: Ballaststoffe sind keine Diät. Sie sind ein System-Baustein.
Was bringen Ballaststoffe wirklich?
Ballaststoffe sind Bestandteile pflanzlicher Lebensmittel, die wir nicht vollständig verdauen. Sie können die Verdauung unterstützen, die Sättigung verbessern und sind in großen Auswertungen mit positiven Gesundheitseffekten verbunden – besonders, wenn sie aus ballaststoffreichen Lebensmitteln stammen.
Die WHO betont bei Kohlenhydraten ausdrücklich die Qualität (Vollkorn, Gemüse, Obst, Hülsenfrüchte) und empfiehlt für Erwachsene mindestens 25 g natürliche Ballaststoffe pro Tag.
Eine der bekanntesten großen Arbeiten zu „Kohlenhydratqualität“ (im Auftrag der WHO) zeigt zudem: Der stärkste Nutzen in Bezug auf verschiedene Gesundheitsrisiken lag bei etwa 25–29 g Ballaststoffen/Tag – mit Hinweisen, dass höhere Mengen aus ballaststoffreichen Lebensmitteln ebenfalls zusätzliche Vorteile bringen können.
Wie viel Ballaststoffe sind sinnvoll?
Für Deutschland ist der Orientierungswert klar: Die Deutsche Gesellschaft für Ernährung (DGE) bestätigt den Richtwert von mindestens 30 g Ballaststoffen pro Tag für Erwachsene.
Die Realität sieht oft anders aus: Das Bundeszentrum für Ernährung berichtet, dass Frauen im Schnitt um 18 g/Tag liegen (Männer um 19 g/Tag) – also deutlich unter dem Richtwert.
Merke: Du musst nicht sofort „perfekt“ sein. Wenn du heute deutlich unter dem Richtwert liegst, ist ein schrittweiser Aufbau der klügste Weg.
Warum Ballaststoffe in den Wechseljahren oft besonders hilfreich sind
Viele Frauen erleben in der Perimenopause/Menopause:
mehr Appetit- und Heißhunger-Schwankungen
stärkere Snack-Lust (vor allem nach stressigen Tagen)
„Ich esse nicht mehr als früher – aber es setzt schneller an“
Ballaststoffe lösen nicht alles. Aber sie verbessern häufig genau das, woran Diäten scheitern: Sättigung und Routine. Und wenn Mahlzeiten satt machen, wird „Durchhalten“ plötzlich viel weniger relevant.
Die 3 häufigsten Fibermaxxing-Fehler (und wie du sie vermeidest)
1) Zu schnell zu viel
Der Klassiker: Heute 10 g, morgen 30 g – und dann wundert man sich über Bauchdruck oder Blähungen. Selbst seriöse Gesundheitsseiten empfehlen, die Ballaststoffzufuhr schrittweise zu erhöhen, damit sich der Darm anpassen kann.
2) Zu wenig trinken
Mehr Ballaststoffe ohne ausreichend Flüssigkeit kann Verdauung eher bremsen. (Einfach: Mit jedem „Fiber-Upgrade“ auch das Trinkverhalten prüfen.)
3) „Fiber-Produkte“ statt Lebensmittel
Riegel, Pulver, „High-Fiber“-Snacks können helfen – aber sie ersetzen nicht die Vielfalt aus Gemüse, Vollkorn und Hülsenfrüchten. Genau diese Lebensmittelqualität betont die WHO ausdrücklich.
Der 10-Tage-Plan: Ballaststoffe steigern – ohne Blähbauch
Ziel: spürbar bessere Sättigung und ein stabileres Essmuster, ohne dass du dich „auf Diät“ fühlst.
Tage 1–3: „Ein Upgrade pro Tag“
Wähle eine Option pro Tag:
1 Portion Obst zusätzlich (z. B. Apfel/Birne/Beeren)
oder 1 Portion Gemüse zusätzlich
oder Haferflocken statt Weißmehl-Frühstück
Mini-Beispiel: Joghurt/Skyr + Hafer + Beeren.
Tage 4–7: Hülsenfrüchte sanft einbauen
Jeden Tag eine kleine Portion:
Linsen-/Bohnensuppe als Lunch
Kichererbsen im Salat
rote Linsen in der Tomatensauce
Tipp: Viele vertragen rote Linsen leichter, wenn sie gut gekocht sind.
Tage 8–10: Vielfalt statt „mehr und mehr“
Jetzt geht’s nicht um Masse, sondern um Nachhaltigkeit:
„Eine extra Gemüsefarbe am Tag“
1 EL Leinsamen/Chia (wenn verträglich)
Vollkorn dort, wo es passt (Brot, Reis, Nudeln)
11 einfache Ballaststoff Booster
Haferflocken / Haferkleie
Vollkornbrot statt Toast
Beeren, Apfel, Birne
Karotten, Paprika, Brokkoli, Kohl
Linsen, Bohnen, Kichererbsen
Kartoffeln mit Schale (wenn möglich) und vom Vortrag vorgekocht
Leinsamen / Chia / Nüsse
Naturreis oder Vollkornnudeln
„Gemüse doppelt“ bei warmen Mahlzeiten
Salat + Hülsenfrucht als schnelle Kombi
Obst + Nüsse als Snack statt „nebenbei“-Keks
Wenn dein Bauch sensibel ist: so wird’s verträglicher
Steigere langsamer (Menge halbieren, dafür häufiger)
Setze auf gekochtes Gemüse statt riesiger Rohkostportionen
Hülsenfrüchte gut garen, bei Dosenware abspülen und anfangs pürieren
Bleiben Beschwerden hartnäckig: individuell abklären (z. B. Reizdarm, Unverträglichkeiten)
Was hat das mit „Abnehmen ohne Diäten“ zu tun?
Ballaststoffe sind kein Fatburner. Aber sie unterstützen das, was langfristig zählt:
bessere Sättigung → weniger Snackdruck
stabilere Mahlzeiten → weniger „abends eskaliert’s“
bessere Lebensmittelqualität → weniger Kalorien „nebenbei“
Und: Wenn du Richtung Richtwert gehst, bewegst du dich in einem Bereich, den große Fachquellen (DGE/WHO/EFSA) als sinnvoll einordnen – mit klarer Evidenz, dass eine ballaststoffreiche Ernährung mit gesundheitlichen Vorteilen verbunden ist.
Dein nächster Schritt in Lübeck
Wenn du in Lübeck Ballaststoffe so steigern willst, dass es zu deinem Bauch und deinem Alltag passt (und nicht nach kurzer Zeit wieder kippt), ist eine individuelle Strategie oft der schnellste Weg: Was verträgst du? Wo sind deine Stress-Situationen? Welche Mahlzeiten sind realistisch?
Merke: Nicht „mehr Disziplin“ bringt dich raus aus dem Diätmodus – sondern bessere Systeme.




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